Sektion IngenieurkonsulentInnen

Aktuelle Ausschüsse und Fachgruppen der Sektion IngenieurkonsulentInnen

Der Kammervorstand und die Sektionsvorstände können zur politischen Willensbildung Ausschüsse, Fachgruppen und Arbeitskreise einsetzen. Sie sind als beratende Gremien konzipiert, denen keine selbständige politische Kompetenz zufällt. Ihnen obliegt vor allem die inhaltliche Arbeit und Vorbereitung der Beschlüsse des Kammervorstands bzw. der Sektionsvorstände. 

Folgende Fachgruppen und Ausschüsse sind in der Kammer der ZiviltechnikerInnen für Wien, Niederösterreich und Burgenland tätig.

DI Michaela Ragossnig-Angst MSc. (OU)

Den Sektionsvorsitz der IngenieurkonsulentInnen übernimmt erstmals eine Frau: DI Michaela Ragossnig-Angst. Sie stammt ebenso wie Peter Bauer und der stellvertretende Vorsitzende DI Erich Kern von der mandatsstärksten Liste 1 „WIR Ingenieure“.

Michaela Ragossnig-Angst, Sektionsvorsitzende der IngenieurkonsulentInnen:

„Wer nicht weiß, wo er hinwill, darf sich nicht wundern, wenn er woanders ankommt.“

Marathon — hat das etwas mit Ziviltechnikern zu tun? Es ist noch nicht lange her, da lief ich den 16,1 Kilometer langen Teil der Staffel beim Wien-Marathon. Das war eine neue Herausforderung. Ich bin zwar generell sportlich, aber Laufen – das war nicht so meines. Also hieß es trainieren. Beim Training muss man sich Ziele stecken, zuerst etwas kleinere, die man auch erreichen kann, doch bald sollte man sich steigern. Die anfängliche 6-Kilometer-Marke (das heißt einmal um die Untere Alte Donau) war rasch erreicht, folglich musste die Strecke länger werden. Als ich das erste Mal 11,5 Kilometer erreichte und dafür mehr als 1 ¼ Stunden unterwegs war, war ich ziemlich stolz – und erschöpft. Dann kam der Tag des Marathons. Die Stimmung am Anfang der Reichsbrücke war toll: Abertausende Läufer drängten sich in den Startbereichen und nicht weniger Zuschauer am Straßenrand. Und dann fällt er: der Startschuss.

Die Menschenmenge setzte sich langsam in Bewegung. Links und rechts wird man überholt, nur nicht zu früh mitreißen lassen, ansonsten geht zu schnell die Luft aus. Die ersten drei Kilometer geschafft, die Zeit ist gut, Achtung: nicht zu schnell werden. Ich habe eine Verantwortung meiner gesamten Staffel gegenüber. Falle ich aus, ziehe ich den Rest der Mannschaft mit. Nach einer Stunde bin ich an der Schwedenbrücke, noch circa sechs Kilometer.

Aber jetzt kommt die harte Nuss. Die letzte Teilstrecke geht nur mehr bergauf. Eigentlich geht es mir ja noch ganz gut. Ein wenig tut der rechte Fuß weh, aber Adrenalin ist eine gute Erfindung. So steckt man das locker weg. Oder auch nicht? Zwischendurch kommen Zweifel auf, warum man sich das angetan hat. Ach ja, wegen der Mannschaft! Einen Kilometer vor dem Ziel starte ich noch einmal durch. Ich will ja mein gesetztes Ziel nicht nur erreichen, sondern eventuell verbessern.

Aber was hat das alles mit ZiviltechnikerInnen zu tun? Glauben Sie mir, wenn man 16,1 Kilometer unterwegs ist, hat man viel Zeit, darüber nachzudenken. Ich kam zu dem Ergebnis: sehr viel! Selbständige sind dann erfolgreich, wenn sie optimistisch sind, sich Ziele stecken und vor allem im Team arbeiten können. Mark Twain hat schon gesagt: „Wer nicht weiß, wo er hinwill, darf sich nicht wundern, wenn er woanders ankommt.“ Ein gutes Team erkennt, würdigt und nutzt bestmöglich die Stärken der einzelnen Teammitglieder. Jeder hat seine Aufgabe, aber alle haben ein gemeinsames Ziel. Jeder trägt zum Erfolg bei und fühlt sich für das Gelingen verantwortlich.

Als Ingenieure ist es unsere Aufgabe, im Team zu arbeiten. Es gibt keinen einzigen Ingenieurberuf, der mir bekannt ist, der nicht von anderen abhängig ist oder anderen zuarbeitet. Wir sind es gewohnt, Probleme partnerschaftlich anzugehen bzw. zu lösen.

Ähnlich wie in unserem Beruf verhält es sich mit der ehrenamtlichen Tätigkeit als KammerfunktionärIn. Die ersten Jahre ist man mit dem Kennenlernen des „Systems Kammer“ beschäftigt. Man beobachtet und verlässt sich auf diejenigen, die schon länger dabei sind, und versucht sich enthusiastisch einzubringen. Das ist die „Trainingsphase“. Nach einer gewissen Zeit erkennt man die Schwächen und die Stärken. Und dann ist es wie beim Marathon: Entweder man tritt gar nicht an oder man hält durch. Ich bin froh, dass ich den zweiten Weg gewählt habe, da es eine Freude ist, mit diesem Team zu arbeiten. Gemäß unseren Wahlversprechen

  • Aufbau der Servicefunktion der Kammer,
  • Weiterentwicklung und Aufwertung des Berufsstandes,
  • gerechte Honorare für gerechte Leistungsbilder,
  • Lösung des Normen(un)wesens,
  • Erhalt der staatlichen ZT-Befugnisverleihung 

und unserem Koalitionsübereinkommen mit den ArchitektInnen wollen wir nun Schritt für Schritt abarbeiten. 

Und wen es noch interessiert, das Ergebnis meines Laufes zum Schluss: Meine App auf meinem Smartphone sagte mir, dass ich für 16,31 Kilometer 1:39:42, also 6:06 Minuten auf den Kilometer gelaufen bin. Mein neues Ziel fürs nächste Mal: unter sechs Minuten.