Wettbewerbe und Vergabe
Bei Bauvorhaben der öffentlichen Hand im Infrastrukturbereich sind Wettbewerbe zur Sicherung von Qualität und Transparenz beim Planen und Bauen aus der Praxis nicht wegzudenken. Wettbewerbe sind ein Instrumentarium, um konkurrierende Pläne auf den Gebieten der Architektur, des Städtebaus, der Landschaftsarchitektur, des Bau- und Ingenieurwesens sowie der Stadt- und Raumplanung unter Beiziehung von Experten zu vergleichen und eine reine Qualitätsentscheidung treffen zu können.
Inhaltsverzeichnis
- Wettbewerbsstandard Architektur – WSA 2010* Neuauflage 2022
- Wettbewerbsportal / Vergabeportal / Aktuelle Ausschreibungen
- Wettbewerbskooperation in der zt:Kammer Ost
- Preisgeldrechner
- Informationen für Preisrichter:innen
- Informationen zur Verfahrensbetreuung
- Glossar
- Wettbewerbsbroschüre
- ArchE
- eVergabe
- FAQ
Wettbewerbsstandard Architektur – WSA 2010* Neuauflage 2022
Der Wettbewerbsstandard Architektur ist ein von der Bundeskammer der Ziviltechniker:innen herausgegebener Leitfaden zur Durchführung von Architekturwettbewerben. Er legt als Wettbewerbsordnung die Mindestinhalte gemäß § 165 (3) BVergG sowie sonstige Verfahrensregeln fest, die einen transparenten und fairen Wettbewerb gewährleisten. Er ist die Richtlinie für Wettbewerbskooperationen der Länderkammern. Er wird daher auch für Wettbewerbe in den Fachgebieten der Zivilingenieur:innen (z.B. Landschaftsarchitektur, Bau- und Ingenieurwesen, Raumplanung) sinngemäß angewendet.
Wettbewerbsportal / Vergabeportal / Aktuelle Ausschreibungen
Auf folgenden Plattformen können Sie sich über aktuelle Ausschreibungen informieren:
Architekturwettbewerb.at / Bestevergabe.at
Mit einer Länderkammer kooperierte Verfahren sind auf der Wettbewerbsplattform und auf der Vergabeplattform mit einer „grünen Hand“ gekennzeichnet. Im Falle von kooperierten Verfahren finden Sie auch weitere Informationen zu diesen Verfahren – zb. Preisgerichtsprotokolle und die Beiträge der Preisträger.
Im Rahmen des Vergabemonitorings werden von der zt:Kammer Ost auch laufend nicht-kooperierte Verfahren, die Planungsaufträge betreffen, geprüft und mit rechtlichen sowie fachlichen Hinweisen im Kommentarfeld auf der Wettbewerbsplattform veröffentlicht. Ingenieursleistungen werden auf der Vergabeplattform publiziert.
Aktuelle Ausschreibungen finden zudem auf folgenden Plattformen:
TED - Europaweite Ausschreibungen
Ausschreibungen in den Bundesländern:
Wettbewerbskooperation in der zt:Kammer Ost
Die zt:Kammer Ost setzt sich intensiv dafür ein, die Zahl der Kooperationen mit öffentlichen Auftraggeber:innen und damit die Teilnahmemöglichkeiten ihrer Mitglieder zu erhöhen und berät auf Anfrage öffentliche Auftraggeber:innen bei ihren Projekten.
Mit einer Länderkammer kooperierte Verfahren sind auf der Wettbewerbsplattform und auf der Vergabeplattform mit einer „grünen Hand“ gekennzeichnet. Sie finden auf diesen Plattformen auch weitere Informationen zu diesen Verfahren – zb. Preisgerichtsprotokolle und die Beiträge der Preisträger.
Der Wettbewerbsstandard Architektur ist die Leitlinie für Wettbewerbskooperationen der Länderkammern.
Nominierung von Preisrichter:innen durch die zt:Kammer Ost
Je nach Schwerpunkt des Wettbewerbs werden die Preisrichter:innen durch die Sektion Architekt:innen (Betreuung: Ausschuss Wettbewerbe) oder durch die Sektion Zivilingenieur:innen (Betreuung: Ausschuss Vergabe und Wettbewerbe) nominiert. Bei fachgebietsübergreifenden Wettbewerben erfolgt eine gemeinsame Entscheidung über die Nominierung der Preisrichter:innen durch beide Sektionen.
Leitlinien für die Nominierung von Preisrichter:innen
Grundsätzlich setzt eine Nominierung als Preisrichter:in durch die zt:Kammer Ost eine aufrechte Kammermitgliedschaft mit aktiver Befugnis voraus. Eine ausländische Befugnis ist der österreichischen Befugnis gleichzusetzen, wenn die Person tatsächlich im Ausland tätig ist und es sich nicht um eine Befugnisumgehung handelt. Es können auch Wissenschaftler:innen und Fachleute aus dem Umfeld des verfahrensgegenständlichen Fachgebietes (z. B. Stadtplanung; Landschaftsarchitektur; Geschichte und Theorie der Architektur, des Städtebaus, der Planung; Design; Architektur- und Kunstgeschichte; Soziologie) als Fachpreisrichter:innen bestellt werden, wenn die Aufgabenstellung eines Architekturwettbewerbs das sachlich rechtfertigt.
Als weitere Kriterien für eine Nominierung durch die Sektion Architekt:innen gelten:
- Nominierung als Preisrichter:in ein Mal im Jahr, wobei eine Nennung als Hauptpreisrichter:in max. alle zwei Jahre erfolgen kann. Dies dient der Streuung und Vielfalt von fachlich qualifizierten Preisrichter:innen.
- Juryerfahrung: mind. zweimal Ersatzpreisrichter:in – egal ob durch die Kammer oder eine:n Auslober:in nominiert – als Voraussetzung für die Nominierung als Hauptreisrichter:in.
- Mindestens eine Frau muss der Jury als Fachpreisrichterin (Hauptpreisrichterin oder Ersatzpreisrichterin) angehören.
- Wettbewerbsteilnahmen
- Wettbewerbserfolge
- facheinschlägige Lehre (venia docendi), Forschung, Publikationen
Weitere berücksichtigungswürdige Kriterien:
- Teilnahme am Lehrgang Architekturwettbewerbe (=Link auf Liste in 1.5. [REDMN :: LINK NOCH ZU SETZEN]) in der zt:Akademie
- Mediatorische, kommunikative und Diskursfähigkeit.
- Förderung des Juror:innen-Nachwuchs. Es sollten gezielt geeignete Kolleg:innen ohne Juryerfahrung als Ersatzpreisrichter:innen nominiert und an die Juror:innentätigkeit herangeführt werden.
Zuladung zu Wettbewerben
Die zt:Kammer Ost setzt sich intensiv dafür ein, die Zahl der Kooperationen mit Auftraggeber:innen und damit die Teilnahmemöglichkeiten ihrer Mitglieder zu erhöhen und berät auf Anfrage Auftraggeber:innen bei ihren Projekten.
Die Auslosung nach Interessensbekundung ist ein Instrument zur Ermittlung von Teilnehmer:innen für geladene Wettbewerbsverfahren im Unterschwellenbereich und für Verfahren, die nicht dem Vergabegesetz unterliegen. Je nach Wunsch des/der Auslobers/Ausloberin werden bis zu drei Teilnehmer:innen von der Kammer im Losverfahren aus den abgegebenen Interessensbekundungen ausgewählt und dem/der Auslober:in bekannt gegeben.
Die Ermittlung von Teilnehmer:innen erfolgt durch Auslosung nach Interessensbekundung:
- Aufruf zur Interessensbekundung per Mail durch die Kammer an Mitglieder mit entsprechender Befugnis.
- Die Abgabe der Interessensbekundung der angefragten Mitglieder durch Eintragung in das Rückmeldungstool (Link ist im Mail enthalten).
- Auslosung der Zuladungsplätze aus den fristgerecht eingelangten Interessensbekundungen mittels elektronischem Auswahlverfahren per Zufallsgenerator.
- Mitteilung an die gelosten Teilnehmer bezüglich der weiteren Vorgangsweise.
- Information der Personen, die eine Interessensbekundung abgegeben haben, über das Ergebnis der Losung.
Preisgeldrechner
Der Preisgeldrechner dient zur Ermittlung des angemessenen Preisgeldes für die im Zuge eines Architekturwettbewerbs prämierten Wettbewerbsarbeiten nach den Bestimmungen des Wettbewerbsstandard Architektur.
Informationen für Preisrichter:innen
Checklisten für Preisrichter:innen
- Checkliste Ablauf Preisgericht
- Checkliste Vorsitzende(r)
- Checkliste Schriftführer(in)
- Checkliste Protokoll Preisgericht
- Checkliste Notfallroutinen Preisgericht
Die Kontaktdaten der Absolvent:innen des Wettbewerbslehrganges der zt:Akademie werden zeitnah zur Verfügung gestellt.
Informationen zur Verfahrensbetreuung
Eine qualifizierte Verfahrensbetreuung ist für den Erfolg eines Wettbewerbs bzw. eines Vergabeverfahrens höchst relevant.
Die Kontaktdaten der Absolvent:innen des Lehrgangs „Verfahrensbetreuung“ der zt:Akademie werden zeitnah zur Verfügung gestellt.
Die von der zt:Bundeskammer herausgegebenen bzw. verhandelten Musterauslobungen können in Abstimmung mit dem jeweils zuständigen Wettbewerbsausschuss der Länderkammern von öffentlichen und privaten Auftraggeberinnen genutzt werden.
Glossar
Der Wettbewerbsglossar WSA bietet eine Liste von Wörtern mit beigefügten Bedeutungserklärungen zum besseren Verständnis der im Wettbewerbswesen geläufigen Begrifflichkeiten.
Wettbewerbsbroschüre
Die Förderung des Wettbewerbswesens ist ein zentrales Anliegen der Berufsvertretung. Daher hat die zt:Kammer Ost eine Wettbewerbsbroschüre mit in ihrem Kammerbereich realisierten Gewinnerprojekten aus kooperierten Wettbewerben der letzten Jahre erstellt. Er dient als Leitfaden zur Grundlegung, Wahl, Vorbereitung, Durchführung und Vermittlung eines Architekturwettbewerbs.
ArchE
Das ARCH-E-Projekt ist ein von der Europäischen Union kofinanziertes Projekt mit dem Ziel, eine offene und qualitätsorientierte Wettbewerbskultur in Europa zu etablieren. Alle Informationen finden Sie dazu auf der Website der Bundeskammer der Ziviltechniker:innen: ARCH-E – Die Europäische Plattform für Architekturwettbewerbe
eVergabe
Alle öffentlichen Vergabeverfahren im Oberschwellenbereich müssen verpflichtend elektronisch abgewickelt werden. Das bedeutet, dass
- Aufträge verpflichtend elektronisch bekanntgemacht werden
- Ausschreibungsunterlagen elektronisch verfügbar sind
- die gesamte Kommunikation zwischen Auftraggeber und Bietern elektronisch stattfindet
- die Angebotsabgabe elektronisch erfolgt.
Öffentliche Auftraggeber müssen dafür eine E-Vergabe-Plattform verwenden. Nicht alle Auftraggeber verfügen jedoch über ein eigenes E-Vergabe-System: ZiviltechnikerInnen, die für öffentliche Auftraggeber Ausschreibungen durchführen, können in diesem Fall auf das E-Vergabe-Servicepaket für ZiviltechnikerInnen des ANKÖ zurückgreifen.
E-Vergabe-Servicepaket
Die zt:Bundeskammer hat ein spezielles E-Procurement-Paket für Ziviltechniker:nnen mit dem ANKÖ verhandelt. Mitglieder der Ziviltechniker:innenkammern können eine vergünstigte Lizenz für die Abwicklung elektronischer Verfahren erwerben und die Vergabeplattform des ANKÖ kostenlos testen.
Folgende Konditionen für ZiviltechnikerInnen wurden mit dem ANKÖ vereinbart:
- Vergünstigte Jahreslizenz um € 1.200,- (exkl. USt.), inkludiert:
Die vollelektronische Abwicklung von 10 Vergabeverfahren nach dem BVergG
Pro Jahr 20 Zugriffe auf die Liste geeigneter Unternehmer LgU+ - Über die Jahreslizenz hinausgehende E-Ausschreibungen zu einem Einzelpreis von € 155,- (exkl. USt.) pro E-Ausschreibung
- Über die Jahreslizenz hinausgehende Zugriffe auf die LgU+ um € 13,80 (exkl. USt.) pro Zugriff
- Kostenloses Testverfahren
Um die E-Vergabeplattform des ANKÖ kennen zu lernen, gibt es die Möglichkeit, ein elektronisches Vergabeverfahrens im Testsystem kostenlos durchzuführen.
Wenn Sie das E-Procurement-Paket für ZiviltechnikerInnen des ANKÖ in Anspruch nehmen wollen, wenden Sie sich bitte unter dem folgenden Link an die zuständigen Mitarbeiter des ANKÖ:
https://www.ankoe.at/auftraggeber/auftraege-ausschreiben/kontakt.html
Bitte berufen Sie sich bei Kontaktaufnahme auf das von der Bundeskammer der Ziviltechniker:innen ausgehandelte Vergabe-Servicepaket für ZiviltechnikerInnen.
FAQ
Hier finden Sie künftig FAQs rund ums Vergabe- und Wettbewerbsrecht.
