Symposium "Digitale Baueinreichung Wien 2019"

Am 18.10.2018 trafen sich erstmals VertreterInnen der Stadt Wien und ExpertInnen aus Wissenschaft, Forschung und Praxis, um das Projekt "Digitale Baueinreichung in Wien 2019" vorzustellen und mit ZiviltechnikerInnen, die zu den Hauptanwendenden zählen werden, zu diskutieren. Den Livemitschnitt aus dem Wien Museum können Sie jederzeit via ZT-youtube-Kanal nachsehen. Fotos sind via Austria Presse Agentur hier abrufbar.

Begrüßung

  • Präsident DI Erich Kern
  • Stadtbaudirektorin DI Brigitte Jilka

4 Keynotes, eine Diskussionsrunde mit Publikumsbeteiligung

  • DI Thomas Mayer MA, Magistratsdirektion der Stadt Wien, Leiter der Stabsstelle strategisches Management
    "Für eine moderne Verwaltung gilt es die Chancen der Digitalisierng zu nützen!"

  • Assoc. Prof. DI Dr. techn. Iva Kovacic, Leiterin der Forschungsgruppe für integrale Planung im Forschungsbereich Industriebau und interdisziplinäre Bauplanung an der Fakultät für Bauingenieurwesen, TU Wien
    "Bauordnung und Normungswerk bestehen aus komplexen, querverbundenen Dokumenten - daher ist mehr denn je eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Akteure - der Planenden, Baubehörden und Software-Entwickler - von extremer Bedeutung."

  • DI Christoph Eichler, BIM-Konsulent, Geschäftsführer ode - office for digital engineering
    "Das Zusammenspiel von Konzept und Planung benötigt Regeln und eindeutige Zuordnung von AUfgabenbereichen, um komplexe Konzepte flexibel umsetzen zu können und BIM in den Arbeitsprozess zu integrieren."
  • Ausschuss Digitalisierung der Kammer der ZiviltechnikerInnen:
    Univ.-Prof. DI Peter Bauer und Architekt DI Thomas Hoppe
    Erläuterung der ZT-Kammerposition, siehe unten en détail

Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung

Moderation: Architektin DI Christine Horner, Ausschuss Digitalisierung, Gründungsmitglied von SOLID architecture

Get-together und Buffet

Durch das Programm führte Nina Krämer-Pölkhofer MSc, Generalsekretärin der Kammer

Die Kammerposition:

Die Stadt Wien hat unsere Kammer, deren Mitglieder zu den Hauptanwendern der Möglichkeit der digitalen Baueinreichung gehören werden, um Mitwirkung gebeten.

Die Ziviltechnikerkammer - in der sich der Ausschuss Digitalisierung besonders um diese Themen annimmt - begrüßt grundsätzlich die Entwicklung und Verwendung innovativer, digitaler Planungswerkzeuge. Ziviltechnikerinnen und Ziviltechniker können so nicht nur ihr Wissen und ihre Expertise in den Entwicklungsprozess einbringen, sondern auch ihre damit verbundenen Anliegen zur Vereinfachung der Einreichung wahrnehmen. Vision der digitalen Baueinreichung ist in der Endstufe die papierfreie, rein elektronische Form der an die Behörde zu übermittelnden Einreichunterlagen, inklusive einer weitgehend automatisierten Vorbeurteilung. Ob dieser Datensatz unter der Subsumierung BIM zusammengefasst werden kann, muss noch erprobt werden. Dazu fehlt dieser Technologie derzeit noch einiges an Praxistauglichkeit. Nach unseren Recherchen ist dieses Vorhaben der Stadt auch aus globaler Sicht ein Leuchtturmprojekt.

Wahrscheinlicher Zwischenschritt ist die Umsetzung der PDF-Einreichung, deren Grundlagen sich auch schon in der Bauordnungsnovelle finden. Wir gehen davon aus, dass die Entwicklung auch danach weiter vorangetrieben werden wird und am Ende des Prozesses ein digitales 3D-Modell steht. Als Kammer sehen wir unsere Aufgabe darin, den Prozess konstruktiv zu begleiten und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass der Aufwand der Mitglieder mit einem vernünftigen und zumutbaren qualitativen und quantitativen Aufwand abgedeckt werden kann. Neben der Begrenzung des Aufwands bleiben natürlich unsere bekannten Forderungen aufrecht. Denn es geht weiterhin um:

  • die konsequente Trennung von Planung und Ausführung,
  • das Arbeiten in kreativen, flexiblen Kooperationsmodellen und
  • den vollständigen Austausch und Besitz der erzeugten Information.

Dafür brauchen wir offene Schnittstellen! Damit wir an die Behörden exakt jene Informationen weitergeben können, die sie brauchen, und nicht nur jene, die eine bestimmte Software zulässt. Software ohne offene Schnittstellen, die die Information, die in den BIM-Modellen steckt, nicht vollständig auf andere Dateninterpreter übertragen kann, führt zu großen Abhängigkeiten von einzelnen Softwareanbietern. Der diskriminierungsfreie Zugang über eine offene Schnittstelle und die Fokussierung auf das rechtlich notwendige und technisch sinnvolle (Mindest-)Maß stehen somit im Mittelpunkt unserer Überlegungen.

Als nächsten Schritt möchten wir unseren Mitgliedern das Projekt "digitale Baueinreichung" präsentieren. Mehr dazu lesen Sie auf Seite 4 des aktuellen Plans, Ausgabe 45. Wir laden dazu Vertreter der Stadt Wien, aus Wissenschaft und Forschung und auch aus der Praxis ein. Im Zuge der Veranstaltung werden Sie die Möglichkeit bekommen, ungefiltert und direkt mit Vertretern der Stadt zu kommunizieren. Wir hoffen auf eine rege Teilnahme an dieser - so denken wir - sehr interessanten und für unser zukünftiges Berufsumfeld relevanten Veranstaltung.